Stau und Stille


Gestern Nacht stand mehrere Stunden lang ein Gewitter über Burgos. Es war zum Fürchten.

Erst nachdem jemand vor unseren Augen das gemietete Häuschen auf dem Camping von Burgos auf Beschädigungen oder Diebstahl überprüft hatte, erhielten wir das Schlüsselpfand zurück und wurden somit entlassen. Wie Michelinmännchen eingepackt in unsere Regenkleider fuhren wir bis zur franz. Grenze ohne Regen. Das Wetter wurde immer schöner und wir konnten endlich abrödeln. Die ganze Strecke war eine Baustelle. Die Schnellstrasse wird möglicherweise zur Autobahn ausgebaut. Vor der Grenze war dann doch noch eine Zahlstelle, obwohl im GPS Maut ausgeschlossen ist.

Nach der Grenze war Stau. Wir verliessen die Autobahn an der ersten Ausfahrt. Das half leider auch nicht. Nun standen wir auf der Hauptstrasse bei 27 Grad im Stau – von der Grenze über Biarritz bis Bayonne. Erst ab da mässigte sich der Verkehr. Wir kamen nicht wirklich vorwärts und fanden den besten Camping dieser Reise in Saint-Sever, “Les Rives de l’Adour“. Klein, ohne Extras, aber sehr sauber. Die Stellplätze waren riesig, flach und weich mit Gras bewachsen. Es gab WC-Papier und überall warmes Wasser, Handseife und Papier zum Trocknen. Und es war vor allem ruhig. Ein Amselpärchen jubilierte in den Abend und später suchten Frösche quakend nach Partnern. Aber das ist kein Lärm. Wir waren frisch geduscht und wollten gerade anfangen zu kochen, da brachte uns der CP-Besitzer einen Tisch und zwei Stühle. Wie nett ist das denn? Es war das Paradies. Auffallend war aber vor allem die Ruhe. Spanien war sehr laut: wir konnten Pause machen, wo wir wollten, entweder lief ein Motor, ein Kühlaggregat oder TV, in allen Lokalen lief der Fernseher UND das Radio, im Restaurant röhrte der Milcherhitzer. Hier war es einfach schön still. Als Abschluss schauten wir zum ersten Mal einen Film vor dem Einschlafen. Das System ist noch verbesserungsfähig. Das Foto ist aus meiner Liegeposition geschossen.

   

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