Reiseinfos Schweiz


Übernachten

Die Automobilclubs ACS und TCS bieten Camping-Cards (europaweit gültig) an. Diese dienen als Ausweis bei der Anmeldung und berechtigen zu Preisermässigungen auf den entsprechenden Campingplätzen. Die Zeltplätze sind in der Regel gepflegt und ziemlich sauber.

Das Jedermannsrecht in der Schweiz ist weitestgehend unbekannt, hat aber Gültigkeit. Als Landeskenner würde ich trotzdem vorsichtig sein und wenn möglich fragen, oder mich wirklich unsichtbar machen. Aber man kann sagen, dass wild camping in der Schweiz erlaubt ist.

Auch die Mitgliedschaft bei den Jugendherbergen lockt mit einer Vergünstigung von CHF 6.- pro Person oder CHF 12.- pro Familie. Dabei spielt es keine Rolle, in welchem Land die Mitgliedskarte ausgestellt wurde. Normalerweise lässt man das im Heimatland machen.

Ein Bed & Breakfast Angebot ist ebenfalls vorhanden. Die Preise bewegen sich zwischen CHF 60.- bis 90.-. Ich habe noch nie eine einladende Tafel vor einem Haus gesehen und wusste nicht, dass es das in der Schweiz gibt. Erst bei Internetrecherchen bin ich darauf gestossen. Spontane Übernachtungen sind wohl eher nicht möglich. Ich denke, man muss sich da vorher im Internet informieren und eine Anfrage stellen. Das Angebot ist klein.

Das Hotelangebot ist recht gross und die Qualität meist gut. Bei den Preisvorstellungen brennt sich einem die Zahl CHF 200.- ein. Natürlich geht es auch darunter. Auf dieser Seite gibt es einen guten Überblick.

Öffentlicher Verkehr und Pässefahrten

Das öffentliche Verkehrsnetz ist ausgezeichnet ausgebaut. Deshalb müssen sich Radler nicht mit Pässefahrten abquälen. Es geht auch bequemer. Auf praktisch jeden Pass, über oder durch jeden Bergzug fährt ein Postauto oder die Bahn. Man gondelt bequem hoch und geniesst dann die Abfahrt. Wer länger in der Schweiz verweilt und den ÖV nutzen will, ist eventuell mit einem Halbtax-Abo gut bedient. Dieses Angebot ist für Schweizer. Das Abo kann am Schalter gekauft werden, wird aber dann zugeschickt an die Heimadresse, also frühzeitig bestellen. Für Gäste aus dem Ausland hält die SBB ein tolles Angebot bereit. Schau hier. Im Abopreis enthalten ist die Benutzung vieler Bergbahnen und Schiffen.

Strassennetz

Die Beschilderung der Autobahnen ist weisse Schrift auf grünem Grund. Die Benutzung ist kostenpflichtig und kostet seit 1996 CHF 40.-. Die Vignetten, die auf die Windschutzscheibe geklebt werden müssen, können an allen Poststellen, Kiosks, Tankstellen und Raststätten bezogen werden. Da werden auch Strassenkarten verkauft. Grössere Poststellen haben insbesondere ein gut sortiertes Kartenangebot auch speziell für Radfahrer.

Veloland Schweiz

Man darf das ruhig so sagen, auch wenn die Schweiz gebirgig ist. Auf der Seite von Veloland.ch findet man alles, was das Bikerherz begehrt, von Kartenmaterial über Routenvorschlägen bis Übernachtungsmöglichkeiten, die auf die Bedürfnisse reisender Radler ausgerichtet sind.

Essen und Trinken

Die Schweiz ist ein Paradies für Gourmets. Überall gibt es Cafés, Restaurants und Gasthöfe. Die Selbstversorgung lohnt sich natürlich auch. Läden gibt es in jedem Ort. Die Öffnungszeiten sind unter der Woche 09:00 Uhr bis 18:30 Uhr und Samstag von 08:00 Uhr bis 16:00 Uhr. Am billigsten kauft man bei Lidl oder Aldi ein. Danach kommen Denner, Migros und Coop. In letzerem sind Markenartikel erhältlich. Einkaufstaschen muss man selber mitbringen oder kaufen. Radfahrer können sich allenfalls in der Gemüseabteilung mit Plastiktüten eindecken. In den Einkaufswagen muss man in der Regel ein 2 Frankenstück stecken.

Was ein Gast in der Schweiz unbedingt probieren sollte: Fondue, Raclette, Zürcher Kalbsgeschnetzeltes mit Rösti, Rahmschnitzel mit Nüdeli und regionale Köstlichkeiten, Kalbsbratwurst (mit Milch hergestellt) vom Grill, Servelat an den Enden über Kreuz eingeschnitten und über dem offenen Feuer gebraten oder halt vom Grill, Tony-Joghurt Schokolade-Birne, Gruyère oder Greyerzer Käse, Basler Läckerli.

Telefon und Internet

Handyempfang gibt es praktisch überall. Mit Internetzugang sieht es etwas anders aus. Viele Hotels bieten ihn an, aber auch Campings ist es nicht sehr verbreitet.

Notrufnummern
117 Polizei
118 Feuerwehr
144 Sanität
1414 Rega

Sehenswürdigkeiten

Die Schweiz an und für sich ist schon eine Sehenswürdigkeit. Ordentlich, herausgeputzt, sauber sind die Adjektive, die mir in den Sinn kommen. Die grossen Sehenswürdigkeiten, die von den Massen besucht werden, findet man leicht im Internet. Viele Reisende sind davon enttäuscht. Ich möchte nicht sagen: “Geht nicht hin”, denn ich war ja schon da und kann gut sagen, ich würde nicht mehr hingehen. Trotzdem stelle ich hier aus Überzeugung meine eigenen Tipps vor:

 

Typisch Schweizerisch: Servelats bräteln am offenen Feuer

Picknick (mit Servelats und Bratwurst) auf der Lueg.
Die Garmin-Koordinaten sind N47 04.460 E7 42.311. Es führt ein kurzes, aber überaus steiles Strässchen zum Aussichtspunkt und dem Soldatendenkmal. Es gibt zwei grosse Feuerstellen und auch Feuerholz ist vorhanden (gegen ein kleines Entgeld in ein Kässeli). Von der Lueg aus gibts einen herrlichen Ausblick auf die Schweizer Alpen und das Emmental.

 

Schaukäserei

Schaukäserei in Affoltern im Emmental

 

Murten

Murten ist ein kleines, historisches Städtchen am Murtensee. Einen Teil der alten Stadtmauer kann man begehen. Die Restaurants und Läden unter Tage, zu denen man einige Stufen unter das Strassenniveau hinabsteigen muss, sind hinreissend.

 

Blick von der Gemmi auf die Schweizer Alpen

Leukerbad im Wallis vermittelt das Berggefühl. Eine Fahrt mit der Seilbahn auf den Gemmi ist genau so eindrücklich wie auf den Pilatus, die Rigi oder sonst einen berühmten Berg, aber viel billiger. Auch von hier aus sieht man die Alpen. Eine normale Retourfahrt kostet CHF 30.-. In Leukerbad gibt es auch noch das Burgerbad, Europas grösstes Alpinbad verspricht Erholung und Badespass.
Das Centovalli ist ein Tessiner Tal. Es beginnt oberhalb von Locarno am Lago Maggiore bei Intragna und führt westwärts nach Camedo in der Gemeinde Borgnone an die schweizerisch-italienische Grenze. Am Besten nimmt man das Fahrrad in die Bahn und fährt bis an die Schweizer Grenze. Dort aussteigen und mit dem Fahrrad zurück fahren nach Locarno. Unbedingt Verpflegung und genügend Wasser mitnehmen.

 

Das Val Roseg im Engadin

Das Val Roseg im Engadin

Eines der schönsten Täler der Schweiz ist das Val Roseg im Engadin. Es ist ca. 10 km lang und steigt nur sanft an. Man kann es zu Fuss, mit dem Fahrrad oder per Pferdewagen entdecken. Am Talende ist ein Restaurant.

 

Der alte Dorfkern von Scuol

Scuol im Engadin ist eines der schönsten Dörfer der Schweiz. Die wundervoll hergerichteten Häuser mit den Scraffiti-Verzierungen machen es zu einem bewohnten Museumsdorf. Ich rede nur vom alten, unteren Dorfteil. Im oberen Teil wird gebaut, was das Zeug hält und an der Architektur scheiden sich die Geister nicht. Man ist sich einig, dass sie nicht gefällt.

 

Blick vom Riesenrad am Seenachtsfest auf eine der Thuner Schleusen

Blick vom Riesenrad am Seenachtsfest auf eine der Thuner Schleusen

Für mich ist Thun die schönste Stadt der Schweiz.

 

Land und Leute

Die Schweizer sind freundlich und hilfsbereit, aber eher zurückhaltend. Sind sie erst einmal aufgetaut, dann sind sie herzlich und geben ihr letztes Hemd, wie man so sagt. Sie sind ein Volk von Vereinen: Kegelverein, Schützenverein, Musikverein, Briefmarkenverein uvm. Besonders ältere Leute können rechthaberisch sein, schauen anderen gerne auf die Finger und scheuen sich nicht vor Zurechtweisungen. Die Schweiz ist zwar viersprachig. Das bedeutet aber nicht, dass jeder Schweizer alle diese Sprachen spricht. Englisch sprechen viele, französisch wird in der Westschweiz gesprochen, italienisch im Tessin, rätoromanisch im Engadin und der Rest spricht deutsch. Dazu kommen viele regionale und örtliche Dialekte, die man meist gut versteht, ausser vielleicht das Walliserdeutsch. Die Schweizer passen sich normalerweise sofort der Sprache des Reisenden an. Dabei ist das Schweizer Hochdeutsch eine Sprache für sich. Obwohl der Akzent für viele süss klingt, bitte nicht grinsen. Das kränkt einen Schweizer, der sich ehrlich Mühe gibt, sich verständlich zu machen.

Richtlinien

  • Die Schweizer sind ein sparsames Völkchen. Manchmal hilft auch die Obrigkeit nach. Deshalb muss vor roten Ampeln ab dem dritten Auto der Motor abgestellt werden. Das spart Treibstoff und Abgase (wer’s glaubt).
  • Nach 22 Uhr abends darf man in Mehrfamilienhäusern nicht mehr baden und duschen (Ausnahmen nach Absprache).
  • An Sonntagen sollte man draussen keine Wäsche aufhängen und draussen überhaupt keine Arbeiten verrichten, auch nicht im Garten werkeln. Grillieren zählt nicht als Arbeit, ist aber auf den Balkonen von Mehrfamilienhäusern nicht erlaubt. Staubsaugen ist an Sonntagen auch verboten. Erlaubt ist nur, was keinen Lärm macht und keiner sieht.
   

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