Reiseinfos Schweden


Übernachten

Die Camping Card Scandinavia muss man unbedingt haben. Sie erleichtert das Einchecken sehr und macht es vor allem blitzschnell. Bezahlen kann man bei der Abreise.

Ebenfalls vorteilhaft ist die Mitgliedschaft beim STF (Svenska Turistföreningen = Jugendherberge), die auch in Deutschland erworben werden kann. Bei miesem Wetter sind diese Hostals oder Vandrarhems eine gute und günstige Alternative, weil man selber kochen kann.

Plumpsklo

Sauberes Plumpsklo an Rastplatz mit warmen Styroporsitz mit Deckel.

Pro Person und Nacht muss man mit 150 – 300 SEK rechnen, es gibt aber auch teurere Jugendherbergen. Nichtmitglieder werden bei jeder Übernachtung mit 50 SEK zusätzlich “bestraft”. Es ist von grossem Vorteil, wenn man selber Bettwäsche mitbringt, also ein Leintuch und je einen Überzug für die Decke und das Kopfkissen. Schlafsäcke sind aus hygienischen Gründen verboten. Mietwäsche kostet um die 75 SEK pro Person (= 8,10 €).

Wunderschön ist Wildcampieren, was in Schweden erlaubt ist. Die auf den Strassen ausgeschilderten Badeplätze eignen sich besonders gut. Das Terrain ist gepflegt, meist Rasen, es gibt eine Feuerstelle, Bänke und Tische und WC (Plumpsklo) mit Toilettenpapier. Und es gibt den See, also Wasser.

Kartenmaterial

Für Reiseradler und auch Motorradfahrer empfehle ich die Karte von Kümmerli + Frey, Nr. 1261 – 1266. Das ist Schweden in 6 Karten. Süd- und Mittelschweden sind 1 : 250’000, die beiden Nordschweden-Karten 1 : 400’000. Auf diesen Karten sind auch Camping- und Badeplätze und Jugendherbergen eingezeichnet. Von den Kleinststrassen sind die dicken roten oft geteert.

Strassenwahl

Die E-Strassen sind eigentlich Autostrassen, auf denen 110 km/h gefahren werden darf. Teilweise dürfen sie auch mit den Fahrrädern befahren werden, Spass macht das aber nicht, und man weiss auch nie genau, wo es nun erlaubt ist oder nicht. Die E-Strassen sind einstellig nummeriert und haben genug Platz für Fahrräder.

 

Ein silbernes Band

Ein silbernes Band

Zweistellig nummerierte Strassen sind Hauptverbindungen. Meistens in sehr gutem Zustand, oft mit einem Seitenstreifen, der eigentlich dazu gedacht ist, dass langsamere Gefährte darauf ausweichen, damit die Schnelleren überholen können. Die Distanz zu den Autos ist angenehm, der Streifen ist sauber und erlaubt die Fahrt nebeneinander. Dieser Streifen kann aber auch fehlen. Dann bleibt für Fahrräder ein Platz von ca. 30 cm rechts vom Fahrbahnrand. Die Strasse Nr. 23 zwischen Älmhult und Växjö ist super ausgebaut, ausgezeichnet geteert und mit breitem Seitenstreifen. Die Höchstgeschwindigkeit ist 90 km/h. Auf der Strasse Nr. 25 von Växjö Richtung Osten fehlt der Seitenstreifen. Die Strasse ist abwechslungsweise für 2 – 3 km einspurig und dann wieder zweispurig (damit überholt werden kann). Die Fahrbahn ist mit einem Drahtseilzaun richtungsgetrennt, was es den Fahrern von Lastwagen in den einspurigen Bereichen erschwert, Radfahrer zu überholen. Tun sie es trotzdem, wird es gefährlich.

Die dreistelligen Strassen sind meistens ebenfalls in einem ausgezeichneten Zustand und genau richtig für Radfahrer. Das sind regionale Verbindungsstrassen mit wenig Verkehr. Die von diesen Strassen abzweigenden Zubringerstrassen sind nur die ersten 50 m geteert und gehen dann über in meistens ausgezeichnet unterhaltene Naturstrassen. Auf diesen kann man praktisch abseits der Zivilisation ohne Verkehr durch Schweden fahren, zu mindest im Süden. Allerdings gibt es da keine Einkaufsmöglichkeiten.

Das Streckenprofil

Streckenprofil aus Südschweden

Streckenprofil aus Südschweden

Schweden ist nicht flach, es geht immer rauf und runter. Wir haben pro 2 km einen Anstieg von 20 bis 200 m und eine Abfahrt gezählt. Der Vorteil von Anstiegen ist der Weitblick, den man nur nach der Strampelei geniessen kann – und natürlich die Abfahrt.

Sverigeleden

Dieser hochgelobte Langstreckenradweg ist mit Vorsicht zu geniessen. Auf mehreren Streckenabschnitten kommt man in den Genuss von Steigungen von 10 % und mehr. Die Strecke ist ziemlich gut ausgeschildert. Auf dem Sverigeleden sind nicht mehr Wasserstellen, Rastplätze mit Tisch und Bank oder Einkaufsmöglichkeiten vorhanden als auf allen anderen Strassen auch. Wasserstellen sind rar. Auch wenn es an Seen in Schweden nicht mangelt, kann man durchaus mal in Wassernot kommen, denn nicht in jeder Pfütze oder in jedem Tümpel ist trinkbares Wasser. Im Sumpfgebiet, und Schweden hat viel davon, sieht man zwar das Nass, aber man kommt nicht ran.

Essen

Die Naschallee

Die Naschallee

Das Mittagessen sollte die Hauptmahlzeit des Tages sein. Man bekommt schon für 150 SEK / Pers. ein komplettes Menü mit Salat, Hauptspeise, Desserts, Getränk und Kaffee. Schweden ist ein Pizzeria und Kebab Land. Landgasthöfe gibt es nicht, immer nur dieses Schnellfutter. Übrigens kostet das gleiche Essen am Abend schnell vier Mal so viel.

In den Supermärkten ist die Gemüse- und Früchteabteilung meist winzig klein mit schlechter Qualität. Dafür ist der Fastfoodbereich riesig und die Süssigkeitenpromenade gigantisch.

Fischen/Angeln

Um fischen zu dürfen, braucht man eine Angelkarte, denn die Seen und die Tiere darin gehören jemandem. Die Besitzer pflegen ihre Gewässer und ersetzen Fische. Die Angelkarte kann man für einen Tag kaufen. Sie ist in Touristbüros, auf Campings, in Sportgeschäften und ev. an Tankstellen erhältlich und kostet ab 6 €/Tag. Fischen ohne Karte wird als Diebstahl betrachtet, wie wildern auch.

Telefon und Internet

Handyempfang gibt es praktisch überall und selbst in der wildesten Wildnis kann man seine eMails abrufen. Viele Campingplätze stellen Internetterminals zur Verfügung, in Jugendherbergen ist das etwas weniger der Fall.

Sehenswürdigkeiten

Statisten im Freilichtmuseum Jamtli

Schauspieler und ihre Familien stellen Szenen aus der Vergangenheit nach.

Fast in jedem Dorf gibt es einen Heimatverein, der ein ensprechendes Museum betreibt. So sind die Hinweisschilder “Hembygdsgård” omnipräsent. Ansonsten muss man sich im Touristbüro erkundigen. Nicht vergessen, nach den Öffnungszeiten zu fragen. Besonders nördlich von Stockholm steht man sonst schnell mal vor verschlossenen Türen.

In Museen darf man die Dinge anfassen. Ein besonderes Freilichtmuseum ist das Jamtli in Östersund. Hier können die Besucher Geschichte erleben, denn den ganzen Sommer über schlüpfen Amateurdarsteller und ihre Kinder in die Rollen der Menschen von damals und erwecken die historischen Szenerien zum Leben. Das Jamtli hat in den Sommermonaten von 11 – 17 h geöffnet, was verhältnismässig lange ist. Die Museensprache ist schwedisch.

Land und Leute

Schweden ist ein sympatisches, grosses Land mit viel Natur. Die Menschen sind zurückhaltend, aber überaus freundlich, hilfsbereit, geduldig, grosszügig und tolerant. Viele Schweden sprechen fliessend Englisch. Die schwedische Sprache ist sehr einfach. Es lohnt sich deshalb, im Vorfeld der Reise einige Wörter und Ausdrücke zu lernen. Die Einheimischen freuen sich sehr, wenn man Interesse zeigt.



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