Pflege von Mensch und Material auf Reisen 2


radpflegeEs ist wichtig, die Fahrräder zu pflegen, wenn man unterwegs ist. Besonders die Kette und die Ritzel sind dankbar, sie halten länger. Doch auch ein sauberer Rahmen und vor allem saubere Taschen machen Freude. Dass man sich auch selber pflegt, versteht sich von selbst. Als Radreisender hat man schneller Kontakt zur Bevölkerung und als Botschafter seines Landes macht man sauber einen besseren Eindruck. Ein Nebeneffekt der Reinigung ist, dass man vielleicht Schäden oder Schwachstellen entdeckt, bei seinem Körper genau so wie am Material.

Kettenpflege

Bei ausschliesslicher Fahrt auf Asphalt reinigen wir Kette und Ritzel alle 1000 km, je nach Wetter. Nach Fahrten auf Kieswegen muss man eigentlich nach der Fahrt gleich ran. Ich verwende das Teflon-Öl von Finish Line. Das hält Staub und Dreck von der Kette fern. Ein Lappen muss auch ins Gepäck. Seine Grösse richtet sich nach der voraussichtlichen Anzahl Pflegevorgänge. Weitere Infos zur Pflege von Kette und Ritzel gibt es im Radreise-Wiki.

Fahrrad putzen

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Die 30 Minuten, um voll bepackte Reiseräder in der Waschbox sauber zu machen, lohnen sich. 1 € reicht für 2 Räder, wenn man sich gut vorbereitet. Das heisst, Räder so aufstellen, dass man von allen Seiten gut dran kommt und der Wasserschlauch kein Rad umschmeissen kann. (Leder)sattel abdecken, Radcomputer und GPS abmontieren, Lenkertasche weg (kein Risiko eingehen, falls sie nicht dicht ist), aber die Wertsachen im Auge behalten. Einen feuchten Lappen zum Nachreiben bereit legen. Das können auch Socken oder ein anders nicht heikles Wäschestückaus aus der Schmutzwäsche sein. Nach dem Abspritzen mit klarem Wasser (ohne Schaum oder Wachs) die Taschen abnehmen und einzeln abreiben, einmal über den Rahmen und schon blitzt’s und blinkt’s.

Nicht mit Hochdruck auf die Kette spritzen, es könnte Wasser eindringen. Die Kette reinigt man am Schluss von Hand. Und selbstverständlich muss man nicht in eine Waschbox. Ein Gartenschlauch ist ebenfalls hilfreich. Man findet ihn auf Friedhöfen, in Schrebergärten, Vorgärten oder Tankstellen. Einfach fragen.

Körperpflege

Man sollte alles dabei haben, was man auch zu Hause für die Körperpflege benötigt. Die tagsüber ausgeschwitzten Salzkristalle bleiben auf der Haut liegen. Steigt man ungewaschen in den Schlafsack, schmelzen die Salzkristalle und die Haut fühlt sich klebrig an. Ist keine Waschgelegenheit vorhanden, kann man den Körper mit einem feuchten Kleidungsstück abreiben.

Zähne

Zahnbürste und Zahnpaste sollten nach jedem Essen benutzt werden. Für’s Spülen immer etwas Wasser vorrätig haben. (Wein oder Bier geht auch, aber wer will das schon ausspucken?)

Körper Seife

Bei der Seife gibt es verschiedene Möglichkeiten. Duschgels sind nicht besonders geeignet, da viel Wasser nötig ist, um die Rückstände von der Haut zu entfernen. Ganz normale Seife eignet sich gut. Noch besser ist es, wenn Seife ohne Parfum verwendet wird, z.B. die Savon de Marseille nature. Diese kann man nämlich auch für’s Wäsche waschen benutzen. Sie lässt sich ohne viel Wasser sehr gut auswaschen.

Tour de Suisse 2008

Haare

Während man sehr kurze Haare auch mal mit normaler Seife waschen kann, verlangen lange Haare nach einen Shampoo. Auch da bekommt man kleine Fläschchen im Drogeriemarkt.

Parfum und Lotionen

Um nicht eine grosse Parfumflasche mitschleppen zu müssen, kann man den Lieblingsduft in ein kleines Sprühfläschen füllen. Die sind für wenig Geld im Drogeriemarkt erhältlich. Unterwegs kann man überaus erfolgreich in Parfumerien nach Mustern von Parfum oder Hautcreme fragen. So platzt der Kulturbeutel nicht aus allen Nähten.

   

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2 Gedanken zu “Pflege von Mensch und Material auf Reisen

  • Rolf Tiemann

    Hallo Ingrid,

    habe wieder mal einen Blick auf “bikeaway.info” riskiert und bin dabei auf die “Pflege von Mensch und Material auf Reisen” gestoßen.

    Obwohl ich dort nichts gefunden habe, was ich nicht schon gewusst hätte (ich bin halt schlau;-), habe ich die Tipps mit Freude gelesen.

    Nur unter der Überschrift “Körper Seife” bin ich etwas enttäuscht worden.
    Kann doch das schöne Bild nicht darüber hinweg helfen, dass hier klare Anweisungen fehlen.
    Schließlich möchte man ja wissen, wie man unter den dargestellten Umständen das Gesäß und das “Geläut” sach- bzw. menschengerecht zu reinigen hat.

    Gruß
    Rolf

    • Bikerin Autor des Beitrags

      Hallo Rolf,

      Ich freue mich sehr, wieder etwas von Dir zu lesen. Deine “Kritik” kann ich nicht ganz nachvollziehen. Du bist doch ein Mann, und schlau bist Du auch. Du müsstest also aus jahrelanger Erfahrung wissen, wie man die Glocken (schweiz. das Geläut) und den Rest reinigt. Was verstehst Du unter “menschengerecht”? Dass es keiner sieht? Ich kann nur sagen, die Schamgrenze wird niedriger, wenn man auf Campings mit Sammelduschen oder Münzeinwurf aussen übernachtet. Muss man sich im eiskalten Bergbach, der übrigens direkt neben einem gut befahrenen Radweg im Engadin fliesst, waschen, dann wartet man Lücken im Verkehr ab, steht kurz auf, seift ein, was einzuseifen ist und hockt sich wieder hin. Schon sauber.