Archiv des Autors: Yps
Schweiz in Bildern
18. August 2010
Will Amerika Europa destabilisieren?
15. Mai 2010
Arbeitet Amerika gegen Europa?
Herr Ackermann sagte, was viele denken: Griechenland ist eine bodenlose Amphore. Aber wie konnte es dazu kommen? Hat Amerika (eine amerikanische Bank) Griechenland absichtlich dabei unterstützt, Schulden zu machen und diese auch noch geheim zu halten? Jetzt hilft Amerika mit Krediten? Einen Fuss hätten sie also schon mal in Europas Türe. Das Timing ist ausgezeichnet. Europa ist beschäftigt und hat keine Zeit, Amerika auf die Finger zu schauen. Dabei hat Amerika genug Probleme, die auch uns betreffen (Ölkatastrophe im Golf von Mexico).
Merkels Ohrfeige für das Volk
“Wir müssen darauf achten, dass wir zu einem Leben kommen, bei dem wir nicht dauernd über unsere Verhältnisse leben” sagte Angela Merkel beim 2. Ökumenischen Kirchentag in München. Wen meint sie mit “Wir”? Nur der Staat lebt über seine Verhältnisse, sicher nicht die Bürger. Die beschliessen keine Milliardenkredite für Banken und schmarotzende Länder.
Diese Gedanken sind persönlich, bewusst provozierend, nicht bis ins Detail zu Papier gebracht und als Denkanstoss gedacht.
Tipps und Tricks für Reiseradler
3. April 2010
Grosse Lowrider-Taschen
Üblicherweise werden für das Vorderrad kleinere Packtaschen empfohlen als für den Gepäckträger. Der Grund ist einfach: Je mehr Gewicht auf dem Vorderrad lastet, desto unhantlicher wird das ganze Gefährt. Lowrider-Taschen können aber auch gross sein, also 2 x 20 Liter. Man muss sie ja nicht füllen und wenn, achtet man auf jeden Fall darauf, hier leichte Sachen einzupacken. Die Bodenfreiheit am Vorderrad ist noch immer gegeben, wenngleich man nun auf hohe Bordsteinkanten achten sollte.
Strassenkarten sind Verbrauchsmaterial
Viele Reisende trauen sich nicht, etwas auf ihrer Karte einzuzeichnen. Sie suchen lieber immer wieder den Standort und das Ziel. Strassenkarten sind Verbrauchsmaterial, ehrlich. Man darf
- darauf Notizen machen
- den Umschlagkarton wegschneiden
- die Karte in handlichere Einzelteile zerschneiden, die dann leichter in die Kartentasche geschoben werden können
Wo gibts Wasser?
Der Wasservorrat kann in Europa fast immer auf Friedhöfen aufgefüllt werden. Wer sich traut, findet hier auch einen sehr ruhigen Übernachtungsplatz.
Der nasse Socken Trick
In der Hitze hält eine nasse Socke die Wasserflasche länger kühl. Das funktioniert nach dem Kühlschrank-Prinzip.
Lenkungsdämpfer
Ein Lenkungsdämpfer verhindert, dass der Lenker umschlägt, wenn man das Rad abstellt. Es gibt ihn in verschiedenen Ausführungen und Qualitäten, die Preise variieren ebenfalls stark (3,50 EUR bis 11 EUR), deshalb stelle ich keinen Link ein. Suche nach “Lenkungsdämpfer Fahrrad”. Wenn Du Dir ein Fahrrad bauen lässt, lasse Dir gleich ein Befestigungsloch in den Rahmen bohren, dann kannst Du auf die unschöne Bride verzichten. Du hast dann quasi eine integrierte Lösung.
Mooncup
Binden und Tampons sind nicht überall auf der Welt erhältlich. Es gibt aber eine super Lösung für die Tage der Frau: der Mooncup.
Energie an Bord
Es geht halt nicht mehr ohne. Immer mehr Reiseradler haben ein Laptop bei sich, eine Kamera mit Akku, ein Handy sowieso, MP3-Player, GPS und noch einiges mehr. Es gibt verschiedene Lademöglichkeiten. Am besten ist aber noch immer, Du achtest beim Kauf darauf, dass das Gerät mit Batterien betrieben werden kann. Dazu gehören MP3-Player, Fotoapparat und GPS.
Lademöglichkeiten sind
- im Café, Restaurant, McDonalds
- im Internet-Café
- während der Übernachtung bei Gastgebern oder im Hotel / Jugendherberge
- an der Rezeption des Campingplatzes
Wer die Unabhängigkeit vorzieht und einen Nabendynamo hat, sollte sich über die Anschaffung des Forumsladers oder des USB-Ladegerät von Zzing Gedanken machen.
Es gibt auch Solarladegeräte, die mehr oder weniger funktionieren. In jedem Fall ist es wichtig, dass Du die Aufnahmeleistung des angehängten Gerätes kennst. Die Installation unbedingt vor der Reise testen.
Verschenke Dich als Foto
Auf einer Radreise wirst Du sehr viele Menschen treffen, die sich für Dich interessieren und Dir auf die eine oder andere Weise helfen. Bedanke Dich bei ihnen mit einem Foto von Dir, ev. mit dem vollbepackten Fahrrad. Schiesse ein tolles Foto, verkleinere es auf Postkartenformat 10 x 15 oder soweit, dass mehrere Bilder auf einer A4-Seite Platz haben. Füge einen Text hinzu (Dein Name, Mail, URL Deiner Website oder was auch immer) und lasse im nächsten Copyshop einige Karten drucken.
Erzähle in jeder Sprache von Deiner Reise
Viele Menschen werden sich für Deine Reise interessieren. Erzähle ihnen davon, auch wenn ihr verschiedene Sprachen sprecht. Organisiere eine Karte, auf der Du Deine Reise einzeichnest. Überziehe sie mit durchsichtiger Folie oder lasse sie plastifizieren, damit sie auch lange hält.
Postkarten mit eigenen Fotos
Einen persönlicheren Gruss von unterwegs gibt es nicht. Verschick’ Postkarten mit Deinen eigenen Fotos. So kommen auch Gastgeber zum Familienfoto, das Du beim Abschied geknipst hast. Auch die Schweizerische Post bietet einen Postkartenservice an.
Karten fotografieren
Oft sind in Städten grosse Umgebungspläne ausgestellt. Die sind viel detaillierter als Deine Karte. Fotografiere den Plan. Das geht auch mit Google Maps. Da fotografierst Du einfach den Bildschirm. Bevor Du die Orientierung verlierst, holst Du die Kamera hervor und schaust Dir das Foto an. Ev. musst Du für einen Plan mehrere Fotos machen. In Copyshops kannst Du die Kartenfotos auch drucken lassen.
Wichtige Papiere fotografieren und speichern
Es ist nicht angenehm, mit zig Fotokopien von Dokumenten zu reisen. Papier ist schwer. Fotografiere (oder scanne) alle wichtigen Dokumente wie Passport, Versicherungsnachweis usw. Speichere die Dateien an einem sicheren Ort im Internet oder bei Dir auf dem Laptop oder dem USB-Stick. Du kannst die Dateien auch per Mail an Dich versenden. So hast Du alle wichtigen Kopien bei Dir.
Bildergalerie
Anhänger ExtraWheel
31. März 2010
Wer sich für seine Radreisen für einen Anhänger entscheidet, findet mit dem ExtraWheel wohl die leichteste und trotzdem robuste Lösung. Der Wendekreis des Fahrrads bleibt erhalten, der Anhänger ist nicht breiter als das Zugfahrzeug und man kann das dritte Rad als Ersatzrad benutzen. Es hat dieselbe Grösse wie die anderen Räder, zusätzliches Ersatzmaterial und Flickzeug sind nicht nötig. Seit neustem können auch handelsübliche Gepäcktaschen montiert werden. Die teuerste Version mit Rad und den wasserdichten Expert-Taschen kostet 299 EUR. Das Extrawheel ohne Rad und Taschen kostet 195 EUR (Stand 2.4.2010) und wiegt ca. 2,9 kg. Zum Shop…
Guck Dir die Homepage von Extrawheel.de an. Die Videos sind absolut sehenswert.
PS: Dies ist kein bezahlter Werbetext, sondern meine persönliche Meinung.
Gründe Camera RAW zu verwenden – oder auch nicht
31. März 2010
Sicher kennst Du das: Da hat man endlich das Motiv seines Lebens vor sich und entscheidet sich dank seiner Multi-Tausend-Euro-Kamera, die Serie nicht nur als JPEG sondern gleichzeitig noch als CR2 oder NEF oder wie die anderen Rohformate alle heißen zu belichten. Denn man weiss ja nie: War der Weißabgleich richtig eingestellt? War die eingestellte Schärfung ein wenig zu stark? Oder war bei der Voreinstellung “Natur” das Grün etwas zu grün? Also sicherheitshalber noch ein Rohformat dranhängen. Platz ist ja genügend vorhanden und auch der neue Grafikchip in Zusammenhang mit Leopard oder Windows 7 kann die Werke erstaunlich schnell anzeigen. Damit Photoshop dies allerdings auch kann (oder der firmeninterne Bildbrowser Bridge) sollte zumindest ein Plug-In installiert sein, welches dafür sorgt, dass die Rohformate auch angezeigt werden können. Ach, Du hast nicht die neueste Version von Adobe Bridge? Tja, dann klappt das wohl nicht. Denn die Plug-Ins für Camera RAW werden immer nur für die aktuelle Version der gerade aktuellen CS-Baureihe aktualisiert. Pech gehabt!
Aber es gibt Hoffnung: Adobe stellt einen so genannten DNG-Konverter zum kostenlosen Download zur Verfügung. Gemäss Adobe Systems Inc. soll DNG der zukünftige Standard für RAW Bilddateien werden. Leider halten sich die meisten Kamerahersteller noch nicht an die Zukunftsvisionen von Adobe und backen sich jeweils eigene Rohdatenformate, die dann mittels DNG-Konverter umgewandelt werden müssen. All dies kann uns natürlich nicht davon abhalten, den Konverter herunter zu laden und zu installieren. Kostet ja nichts.
Alles hat bis jetzt prima funktioniert und ich kann meine geknipsten CR2 oder was auch immer in DNG umwandeln. Natürlich behalte ich auch das JPEG mit einer Dateigröße von 5,16 MB. Das abgespeicherte CR2 hat immerhin fast das dreifache Volumen, nämlich 14 MB. Aber egal – die neue Festplatte mit 2 TB kann das ab. Nach der Umwandlung in ein für Adobe lesbares Format (DNG) hat sich allerdings die Größe noch einmal vervielfacht: Mein Bild zeigt jetzt eine Dateigröße von sage und schreibe 24,1 MB an. Nachdem ich alle drei behalte, man weiss ja nie, summiert sich so der Speicherbedarf auf satte 43,26 MB auf meiner Festplatte. Das ist bei einem Foto auch gar kein Problem. Was aber mache ich, wenn ich alle Urlaubsfotos als RAW geschossen habe? Kann ich natürlich löschen, wenn’s denn zu viel wird. Kein Problem!
So, jetzt können wir uns die Bilder in der Bridge ansehen. Hmmm, das JPEG scheint nicht schlecht: Der Weißabgleich stimmt, mit 4300 K lag ich genau richtig. Auch die übrigen Kameraeinstellungen mit einer leichten Schärfung waren OK und die eher neutralen Farbeistellungen waren eher von Vorteil. Jetzt öffne ich die konvertierte RAW Datei, nachdem ich auf das DNG dieselben Werte, nämlich 4300 K für den Weißabgleich angegeben habe. Uups … das Bild ist nicht nur in Sachen Weißabgleich daneben, sondern auch noch unterbelichtet. Gottlob ist es als DNG auf meiner Festplatte. So kann ich den falschen Weißabgleich und die Belichtung korrigieren. Letzteres bis zu drei Blenden, ohne dass es störend wirken würde. Dummerweise stelle ich jetzt auch noch fest, dass die Schärfe gegenüber meinem JPEG lausig ist. Das kann ich natürlich ändern, indem ich an den diversen Schiebereglern herumspiele, bis ich die gewünschten Einstellungen gefunden habe.
20 Minuten später: Es ist geschafft. Die Schwiegermutter lächelt in die Kamera und man sieht sogar die beginnende Karies zwischen dem rechten Schneidezahn und dem vor drei Jahren eingesetzten Stiftzahn. Ist da nicht noch ein kleiner Farbunter-schied?
So, es bleiben noch genau 437 Bilder meiner Ferien zu bearbeiten. Das macht nach Adam Riese 8740 Minuten Arbeit. Dafür kann ich dann aber auch alle geschossenen Fotos in Postergröße ausdrucken! Geil!
Drei Tage später: Jetzt verlangt das Fotolabor, das meine Poster druckt, JPEG und akzeptiert weder TIF noch DNG. “Damit können wir nichts anfangen – Sie verstehen”, wird mir am Telefon erklärt. Jetzt kann ich meine DNG’s also wieder in JPEG konvertieren. Rechtzeitig erinnere ich mich daran, dass ich ja auch noch alles als JPEG geknipst hatte: Belichtung OK, Schärfe ebenfalls. Alles paletti! Auf geht’s zur Bestellung.
Nun sitze ich da, warte auf meine Poster der letzten Ferien und frage mich: Warum hatte ich eigentlich eine Kamera gekauft, die auch Bilder im Rohformat schiessen kann? Einem Format, das noch nicht ausgereift ist, für das es keinen Standard gibt und das kein Anbieter verarbeiten kann? Ach ja, jetzt fällts mir wieder ein: Ohne die super Kamera hätte ich gar nicht so gute JPEGs abliefern können!
Mein neuer Computer: Studio XPS 8100
3. März 2010
Der neue Bildschirm Dell G2410 ist der Hammer. Wuuuuunderschön! Es ist ein 24 Zoll Bildschirm. Das sagt noch nichts. Aber wenn ich sage, dass der Bildschirm ohne Rahmen 53,3 cm breit und 30 cm hoch ist, dann kann man sich darunter schon was vorstellen. Breiter sollte ein Screen übrigens nicht mehr sein, da man sonst den Kopf drehen muss. Der Bildschirm kann weder in der Höhe verstellt noch gedreht werden. Für mich ist das OK. Man kann ihn aber neigen. Er hat einen Umgebungslichtsensor und die Bildhelligkeit passt sich automatisch dem Umgebungslicht an. Das ist sehr angenehm und spart Energie. Im Standby-Modus werden 0,15 Watt angegeben, für den normalen Betrieb 20 W. Das Bild-Seitenverhältnis beträgt 16:9, die Auflösung 1920 × 1080.
Das Gehäuse gefällt ebenfalls. Es lässt sich gut anheben. Damit ich das trotzdem vermeiden kann, steht es bei mir auf einem selbst gebastelten Rollbrett. Auf der Oberseite ist eine Ablagefläche. Da gibt es auch noch zwei USB-Anschlüsse und die Kopfhörer-/Mikrofon-Eingänge. Auf dem Bild ebenfalls zu sehen ist das Multi-Lesegerät für div. Speicherkarten. Hinter einer Abdeckung im Frontpanel sind nochmals 2 USB-Anschlüsse, auf der Rückseite sind 4 USB, total also 8, was sogar für mich ausreichend ist. Dank dem eingebauten Lesegerät hänge ich jetzt weniger Geräte mit Kabel an sondern stecke die Speicherkarten ein (Fotoapparat und GPS). Das BlueRay-Leselaufwerk und der CD/DVD-Brenner sind sind hinter einer Abdeckung. Die Öffnen-Taste ist rechts davon, gross und gut zugänglich.
Auf der Rückseite findet man alle nötigen Anschlüsse. Die Lüfter sind extrem leise. Ich höre von der Kiste keinen Ton, kein Summen, kein gar nichts. Gemäss Herstellerangaben ist das auch nicht mehr so ein Stromfresser. Ich merke das auch, denn es ist im Büro jetzt deutlich kälter als mit der alten Maschine.
So sieht mein Arbeitsplatz aus. Der Computer steht auf einem Rollbrett, damit ich ihn einfach herausziehen und zurück schieben kann, wenn ich Kabel anschliessen muss. Das Keyboard steht auf einem Auszug und ist indirekt beleuchtet.
System
i7 CPU 860 @ 2.80GHz
Windows 7 Professional 64 Bit
8 GB RAM (4 x 2 GB)
NVIDIA GeForce GTX 260
Creative SB X-Fi Xtreme HD Audio
Blu-Ray ROM
CD/DVD-Brenner
Festplatte 750 GB
Eingebautes Kartenlesegerät
Bildschirm: Dell G2410
externe Festplatte IOMEGA 1 TB
Dell Lieferung angekommen
2. März 2010
Es ist kaum zu glauben, aber am 18. Feb. 2010 wurde mein Computer endlich geliefert. Er war 5 Tage unterwegs und das Tracking von UPS funktionierte nicht, was mich nicht weiter verwunderte. Auf der Dell-Statusseite war plötzlich ein Link zum Tracking vorhanden. Aber die Infos, die dann kamen, besagten etwas von einem Paket, das vor über einem Jahr zugestellt worden war, mit Bestätigung. Zwei Tage später bekam ich beim Aufruf des Trackinglinks die Info, dass die Trackingnummer von mehreren Kunden verwendet würde und dass ich nähere Angaben machen müsste wie Bestelldatum, Bestellnummer und Ziel der Sendung. Die Eingabe war etwas umständlich, trotzdem erfuhr ich, dass mein Paket unterwegs ist. Es kommt aus Polen. Staun! Ich dachte immer Irland. Dell scheint die Produktion verlegt zu haben. Schade, Irland war sicher schön zum Arbeiten. Die Lieferung kam unbeschädigt bei mir an.
Wild, hidden oder stealth Camping
15. Februar 2010
Wild Camping, hidden Camping oder stealth Camping bedeutet auf jeden Fall unsichtbares Camping und ist ein immer wieder lebhaft diskutiertes Thema in Reiseforen und unter Reisenden. Wer es schon öfters gemacht hat und sich dabei wohl fühlt, ist unbedingt dafür, wer Angst davor hat aber es versuchen möchte, sucht nach Möglichkeiten, die Gründe, die dagegen sprechen, zu widerlegen. Wie auch immer, wer ausserhalb Europas Grenzen reist, sollte auf jeden Fall wild Camping lernen. In Europa ist das natürlich auch möglich. Wegen der Bevölkerungsdichte kann es aber schwieriger sein, einen geeigneten Platz zu finden. Zudem ist es in den meisten Ländern verboten oder nicht erlaubt (feiner Unterschied bei der Bestrafung). In nordischen Ländern, Schottland und der Schweiz gibt es das Jedermannsrecht. Beachte: Wild zelten kann wohl verboten sein, ist aber nicht kriminell im Sinne des Rechts, wenn man es trotzdem tut.
Auf Radreisen durch die Welt ist der Tagesablauf unvorhersehbar. Je mehr man plant, desto eher kommt alles ganz anders. Müdigkeit, Mangel an Wasser oder Essen, schlechtes Wetter oder Gespräche mit interessanten Menschen hindern einen allzu häufig, das gesetzte Tagesziel zu erreichen. Zudem ist wild Camping ruhig, am Busen der Natur und gratis.
Wer sich nicht traut, wild zu campieren, hat meist Angst vor der Polizei, die einen mitten in der Nacht wegscheucht oder vor dem Landbesitzer, der dasselbe tun könnte. Es könnten auch Tiere den wichtigen Schlaf stören oder böse Buben mit schlechten Gedanken. Erfahrungsgemäss passiert aber nichts davon, sofern man bei der Platzwahl einige Grundsätze beachtet. Nicht vergessen sollte man auch, dass die Menschen in anderen Ländern nicht so abgeschottet leben wie wir in Europa. Vielerorts ist es nicht ungewöhnlich, dass Reisende ihr Camp in der Natur aufbauen. In einigen Ländern kann es sein, dass man euch Essen bringt oder euch für die Nacht in ein Haus einlädt, wenn ihr es nicht geschafft habt, das Lager gänzlich unbeobachtet aufzubauen.
Halte Ausschau nach einem Platz fernab von Häusern und nicht einsehbar von der Strasse. Wald, der auch auf Karten eingezeichnet ist, bietet meist ausgezeichneten Schutz. Auch die kleinen Wälle, die oft parallel zur Strasse aufgehäuft sind, bieten einen geschützten Platz, wenn es dahinter flach ist. Selbstverständlich kann man nicht einfach auf einen solchen Platz zu fahren. Meist muss man das Rad und die Ausrüstung steile Böschungen hinauf oder hinunter tragen, über Hindernisse wie Felsbrocken oder Absperrungen.
- Wenn möglich nicht auf ausgeschildertem Privatgelände campieren. Wege nicht verstellen.
- Ausgetrocknete Flussbetten sind absolut tabu. Es kann lebensgefährlich werden, wenn es in einer Region weit weg heftig regnet und sich das abfliessende Wasser zu einem Strom formt.
- Plätze nahe am Wasser sind kühler und feuchter.
- In Bärenland muss das Camp absolut sauber und frei von Essensresten sein. Gekocht wird in einem Abstand von mind. 200 m zum Schlafplatz. Essensreste und Abfälle mit einem Seil an einem Ast nicht zu nahe am Stamm mind. auf 3 m hochziehen. Ansonten helfen die wasserdichten Ortliebs, alles sauber und geruchfrei wegzupacken.
- Kein Feuer machen oder laute Musik spielen. Wildes Camping ist leises Camping.
- Spät ankommen und früh wegfahren sind ebenfalls Regeln, die aber recht flexibel sind.
- Der Stolz eines jeden Wildcampers ist es, keinerlei Spuren zu hinterlassen, besonders keinen Abfall.
Wenn gar nichts mehr geht, frag jemanden nach einem geeigneten Platz. Sei aber darauf vorbereitet, dass Du dann vielleicht eine Einladung in ein Haus bekommst oder dass Du im Vorgarten quasi mit Familienanschluss übernachten darfst.
Wild zelten hat natürlich auch seine Nachteile, wobei mir da nicht so viel in den Sinn kommt und wirkliche Nachteile sind das auch nicht:
- Da man nicht weiss, was einen erwartet, muss man damit rechnen, dass kein Wasser in Reichweite ist. Man muss also vorsorgen und Wasser bunkern. (für die körperliche Sauberkeit, Zähne putzen, Abwasch)
- Es gibt kein Klo. Ist das wirklich ein Nachteil? Die Natur kann sauberer sein als ein WC in einem Restaurant.
- Auch muss man genügend Essen dabei haben.
- Der “Schutz”, den Zeltplätze bieten, gibt es nicht. Diebe haben freien Zutritt und im Notfall muss man selber die Notrufnummer kennen und vor allem Handyempfang haben. Man muss in diesem Fall auch seinen Standort kennen, damit die Helfer wissen, wo sie gebraucht werden.
Die meisten Menschen müssen wild campieren erst lernen. Wenn Du auch zu denen gehörst, lass Dir viel Zeit. Je nach Lebensalter, -erfahrung und Vorstellungskraft sind die Hürden mehr oder weniger hoch. Aber es lohnt sich, sie zu überspringen. Und noch eine letzte Weisheit: Es ist nicht bewiesen, dass Ameisen furzen, auch wenn des nachts ängstliche Ohren genau das gehört haben wollen.
Dieser Beitrag wurde inspiriert vom Reiseblog von Friedel und Andrew, Travelling Two. Dieses Pärchen ist mit dem Fahrrad um die Welt gefahren und wir durften ihre Gastgeber sein. Das Blog ist in Englisch.
Kameraverkauf mit böser Überraschung
12. Februar 2010
Ich verkaufte meine alte Canon EOS 5D über eBay. Während der Versteigerung wurde ich nach der Anzahl Auslösungen gefragt. Bei Canon ist das eines der bestgehütetsten Geheimnisse. Die Anzahl der Auslösungen kann nur von einem Fachhändler ausgelesen werden. Das entspricht in etwa dem Kilometerstand eines Autos, der nur eine Fachwerkstatt auslesen kann. Aber egal, das ist halt so. Ich schätzte die Zahl auf 500 bis 600.
Der Käufer knipste einige Fotos und brachte die Kamera sofort für einen Service bzw. eine Kontrolle zum Fachmann. Dieser las dann 4000 Auslösungen aus. Grosser Schock beim Käufer, der sich bei mir meldete und bei mir ebenfalls. Wo kommen diese Klicks her? In mühsamer, zeitraubender Arbeit zählte ich die mit dieser Kamera geschossenen Bilder auf meinem Computer bzw. im Archiv. Ich finde knapp 1800 Bilder. Da hatte ich mich aber gewaltig verschätzt. Trotzdem ist da noch immer eine Differenz von 2000 Klicks.
Ich hatte die Kamera zusammen mit viel Zubehör vor vier Jahren bei Foto Marlin in Basel gekauft und ich erinnere mich, dass sie nicht eingepackt war. Ist es möglich, dass mir ein Fachgeschäft eine gebrauchte Kamera für den Neupreis verkauft hat?
Canon EOS 7D defekt gekauft
10. Februar 2010
Ich bestellte mir bei hawk.ch einen Traum von Kamera, die neue Fotokamera Canon EOS 7D. Meine “Alte” EOS 5D konnte ich überraschend gut verkaufen. Natürlich war sie super gepflegt. Das neue Schätzchen wurde sehr schnell geliefert und ich war jederzeit über den Stand der Dinge, also den Standort der Kamera, Versandzeit etc. informiert.
Kamera ausgepackt – funktioniert nicht
Als sie geliefert wurde, packte ich sie aus und verschlang schon mal die Betriebsanleitung, während das Akku geladen wurde. Als es dann soweit war, steckte ich das Akku in die Kamera und schaltete sie ein. Und… stellte sofort fest, dass das Akku nicht erkannt wurde. Da half kein Manual und auch kein Zweitakku. Die Kamera war kaputt. Das heisst, sie war schon brauchbar, aber wenn das Akku nicht erkannt wird, gibt es keine Anzeige der Restlaufzeit und der verbleibenden Anzahl Bilder, die noch geschossen werden können. Das ist ein wichtiges Feature für mich. Die Qualitätssicherung bei Canon hat versagt. Jeder, der diese Kamera hätte in Betrieb nehmen wollen, hätte sofort festgestellt, dass sie kaputt ist.
Kein Konsumentenschutz in der Schweiz
Da ich bereits eine Woche später für eine Reportage nach Marokko reisen musste und die alte Photokamera bereits weg war, wurde es echt brenzlig für mich. Deshalb rief ich sofort den Verkäufer, die Firma Hawk an. In der Schweiz gibt es von Gesetzes wegen kein Umtauschrecht. Man kann beim Internetkauf auch nicht vom Kauf zurück treten. Was natürlich nicht bedeutet, dass eine Firma nicht von sich aus einen tollen Service für den Kunden leisten darf. Die Firma Hawk macht das nicht, weder auf Kulanz noch aus anderen Gründen. Sie beharrt stur auf ihrem Recht, keinen Dienst am Kunden leisten zu müssen. Verkauft ist verkauft, egal ob das Produkt funktioniert oder nicht. Schade, sehr schade! Sie hatten einen Kunden gewonnen und schon wieder verloren. Das Angebot, die Kamera zur Reparatur einzuschicken, wollte ich nicht annehmen. Das hätte Wochen gedauert. Zudem war ich nicht interessiert an einer neuen, geflickten Kamera.
Canon hilft zögerlich
Ich rief also direkt Canon Schweiz an und bekam die Telefonnummer und Adresse eines Canon-Servicecenters, der Firma Sertronics in Spreitenbach. Zufällig musste ich in diese Richtung und so fuhr ich noch am selben Tag vorbei. Hier wurde auch festgestellt, dass das Akku nicht erkannt wurde. Ein Umtausch war nicht möglich, weil eine Servicestelle keine Neugeräte an Lager hat. Der freundliche Berater meinte ehrlich, dass die Zeit sehr knapp würde, weil er erst heraus finden müsse, was kaputt sei und höchstwahrscheinlich müsse er dann das Ersatzteil in Übersee bestellen. Deshalb entschloss ich mich, nochmals bei Canon nachzubohren.
Diesmal wurde ich nach Urdorf zur Firma IT Services + Logistik AG geschickt. Hier gab es zwar keinen guten Kaffee wie bei Sertronics, dafür ist bereits eine Ersatzkamera bestellt worden. Das wurde mir so zwar nicht gesagt, aber ich vermute es stark, denn bereits 3 Tage später erhielt ich den Bescheid, dass die Kamera ausgetauscht wird und ich die Neue abholen könne. Nichts wie hin!
Ein Wunderwerk der Technik
Die neue Canon EOS 7D ist einfach genial, in jeder Beziehung. Ausser dass ich der Meinung bin, dass ein Fotoapparat dieser Qualität keine Filme aufnehmen können muss.
Danke
Hiermit bedanke ich mich bei allen involvierten Personen, dank derer Hilfe ich einen interessanten Auftrag doch noch ausführen konnte. Besonders glücklich bin ich darüber, dass ich jetzt eine neue, funktionierende Kamera habe und keinen neuen, reparierten Fotoapparat. Ich finde, das steht mir als Käufer zu, aber selbstverständlich ist das nicht, wie man sieht.
