Jun142010

Orientalische Mörtelwespe (Sceliphron Curvatum)

Beim Frühjahrsputz fand ich kleine graue Dinger, die ich als Wespennest identifizierte. Kurze Zeit später entdeckte ich, dass die voll sind mit Spinnen, die sich nicht oder nur kaum bewegen, also noch irgendwie leben. Natürlich fotografierte ich meinen Fund. Am nächsten Tag fand ich eine tote Wespe, eine Art, die ich noch nie gesehen hatte. Also forschte ich nach und fand folgendes heraus.

Es handelt sich um eine orientalische Mörtelwespe. Dabei handelt es sich um ein Insekt, Ordnung Hautflügler, Gattung der Grabwespen.

Es wird vermutet, dass die orientalische Mörtelwespe (Sceliphron Curvatum) 1979 aus Indien, Nepal, Pakistan oder Kazakhstan nach Österreich eingeschleppt wurde. Seit 1998 breitet sie sich in Europa aus.

Die orientalische Mörtelwespe baut tönnchenförmige Lehmnester und legt die gerne im Lebensbereich der Menschen an trockenen Plätzen an. Wir haben sie in der Rille des Fensterrahmens gefunden. Ein Tönnchen ist ca. 2 cm gross. Als Nahrung für die Larven dienen Spinnen, die mit einem Stich gelähmt werden. Sie werden zusammen mit einem Ei im Tönnchen eingemauert und dienen der Larve als Nahrung, bis sie sich verpuppt. Die geschlüpfte Wespe arbeitet sich aus eigener Kraft aus dem Tönnchen.

Die Orientalische Mörtelwespe ist nicht in der Lage, Menschen zu stechen. Sie ist deshalb ungefährlich und muss nicht bekämpft werden.

Jun132010

Adventure Cycle-Touring Handbook

adventure-cycle-touring-handbook Das neue Adventure Cycle-Touring Handbook ist da. Diese Meldung las ich auf der Homepage von Travelling Two. Letzten Mittwoch bestellte ich das Buch bei Trailblazer in England für £ 14,99 (ohne zusätzliche Lieferkosten), am Freitag lag es schon im Briefkasten. Ein toller Service.

Das Buch enthält auf über 300 Seiten Reiseratschläge, Inspiration und Geschichten. Das ist viel Stoff zum Aufsaugen. Es überrascht nicht, dass dieses Werk unter Reiseradlern zur Bike-Bibel avancierte, nachdem es erstmals 2006 publiziert worden ist.

Oberflächlich gesehen scheint der Inhalt der Gleiche zu sein wie in der ersten Ausgabe, zumindest was die Struktur betrifft. Wie auch im Vorgänger startet man mit praktischen Erwägungen wie welches Fahrrad das Richtige ist und wie man die Campingausrüstung auswählt. Teil 2 beschreibt Routen um die ganze Welt und der letzte Teil unterhält mit vergüglichen und amüsanten Geschichten von teilweise bekannten Radreisenden.

Taucht man etwas tiefer ein, entdeckt man schnell, wie viel Autor Stephen Lord und seine Schar von fast 50 Mitwirkenden zu dieser neuen Ausgabe hinzugefügt haben.

Mehr Ausrüstung und Routen

Der Abschnitt Ausrüstung ist deutlich grösser, mit mehr als 10 aktuellen Empfehlungen für geeignete und weithin verfügbaren Tourenräder. Surly‘s Long Haul Trucker (guck Dir unbedingt auch mal das Big Dummy an ;) ), Thorn‘s Raven Tour und das Liegerad Street Machine von HP Velotechnik, alle werden vorgestellt. Es wird auch erklärt, wie man ein gebrauchtes Mountainbike an die Bedürfnisse eines Tourenradlers anpassen kann. Wichtige Ausrüstungsteile wie Zelte, Gepäckträger und Reifen erhalten genau so viel Aufmerksamkeit wie praktische Tipps zu Impfungen oder wie man die Reisekosten berechnet.

Ein immer währendes Thema sind die Profile von ultraleicht Reisenden und der Schwergewichtsfraktion, die mehr als nur den normalen Haushalt mit schleppt. Die Unterschiede zwischen “so viel wie nötig” und “so viel als möglich” sind faszinierend. Cameron Smith reiste mit minimalistischen 8 kg Ausrüstung während 6 Monaten durch China und Tibet. Sein Kulturbeutel enthielt nur eine Zahnbürste, Zahnpasta, Toilettenpapier und ein Handtuch. Alvaro Neil zieht es vor, 3 Kocher, 8 Ortlieb Taschen, einen extra Reifen und Essen für 1-2 Tage auf sein schwer beladenes Rad zu packen. Immerhin war er 10 Jahre unterwegs.

Als nächstes kommt das Herzstück des Buches, 144 Seiten aktualisierte und erweiterte Routenbeschreibungen. Kaum ein Teil der Welt bleibt unerwähnt. Nichts wird so ausführlich behandelt wie in einem regionalen Reiseführer. Erwarte keine Hotelempfehlungen oder detaillierte Routenbeschreibungen von Kreuzung zu Abzweigung. Aber es  gibt genügend Informationen, um Appetit auf die Straße zu machen und Deine Route zu planen, einschliesslich Hinweise auf die Landschaften, Kulturen und fremde Lebensmittel, die Du in unbekannten Teilen der Welt antreffen wirst, alle aus der Perspektive des Radlers geschrieben.

Überall eingestreut sind besondere Tipps. Du erfährst, was es mit den Zecken in Russland auf sich hat, was Dich in den Badehäusern (der billigste und interessanteste Weg für einen schmuddeligen Radfahrer, sich zu schrubben) des Nahen Ostens erwartet und welche kostenlose Camping-Möglichkeiten es in Japan gibt.

Wie es sich für ein Buch mit dem Wort “Abenteuer” im Titel gehört, liegt der Fokus auf Reisen in weniger entwickelten Ländern. Eine große Karte zeigt die wichtigsten trans-kontinentalen Strecken von Europa nach Asien. Das ist von unschätzbarem Wert, wenn Du  herauszufinden möchtest, wie Strecken wie der Karakorum Highway durch Pakistan mit Strassen weiter nördlich durch Russland und Zentralasien verbunden werden könnten.

Es gibt einen grossen Abschnitt über Tibet, einschliesslich Tipps für Reisegenehmigungen und der Beschreibung einer der härtesten Radtouren der Welt. Die Reise von Lhasa nach Kashgar führt über 31 Pässe, 9 von ihnen liegen über 5.000 Meter. Afrika bekommt auch ein bedeutendes Kapitel mit einem Streckenplan, Profilen der wichtigsten Länder, die Du vielleicht bereisen möchtest und den Antworten auf einige der häufigsten Fragen über das Radfahren dort wie Strassenzustand, Verfügbarkeit von Nahrungsmitteln und was Du über die Korruption dort wissen solltest.

Weniger Aufmerksamkeit bekommen besser bekannte und vertrautere Gebiete wie Nordamerika, Europa und Australien, aber es gibt immer noch Raum für die bekanntesten Routen wie die Great Divide Mountainbike-Strecke von Kanada nach Mexiko oder die North Sea Cycle Route, die der Küstenlinie von 7 Ländern in Nordeuropa folgt. Neuseeland findet ebenfalls Erwähnung, wobei hier die Aussage, die Nordinsel wäre leichter und ungefährlicher zu fahren als die Südinsel, im krassen Gegensatz steht zu Aussagen, die ich auf diversen Reiseblogs gelesen habe.

Bettlektüre

Die Geschichten am Buchende geben einige grossartige Bettlektüren ab und vermitteln bunte Momente und berührende Erlebnisse von der Strasse. Ermutigung für neue Radtouristen kommt von Tim Brewer, der eine Fahrt von England nach Australien geschafft hat. Er startete als starker Raucher, mit Übergewicht und einem Alkoholproblem. Untwegs verlor er mehr als 50 kg Gewicht.

Das Buch endet mit Fussnoten zur Fahrradwartung, wie man unterwegs mit Familie und Freunden in Kontakt bleiben kann und einem Glossar.

Das Adventure-Cycle Touring Handbook gehört zu den “haben müssen” für Reiseradler. Leider ist es zu schwer für die Packtaschen. Zudem sollte man den Inhalt kennen, bevor man sich auf den Weg macht. Zur Reisevorbereitung ist das Werk unverzichtbar. Neueinsteiger können am meisten von den Tipps und Ratschläge profitieren. Erfahrene Radreisende wissen bereits vieles. Aber auch sie finden noch Neues und das eine oder andere Aha-Erlebnis. Das Buch ist in Englisch geschrieben.

Mai212010

Geschützt: Geführte Motorradreise durch Marokko 2010

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Mai152010

Will Amerika Europa destabilisieren?

Arbeitet Amerika gegen Europa?

Herr Ackermann sagte, was viele denken: Griechenland ist eine bodenlose Amphore. Aber wie konnte es dazu kommen? Hat Amerika (eine amerikanische Bank) Griechenland absichtlich dabei unterstützt, Schulden zu machen und diese auch noch geheim zu halten? Jetzt hilft Amerika mit Krediten? Einen Fuss hätten sie also schon mal in Europas Türe. Das Timing ist ausgezeichnet. Europa ist beschäftigt und hat keine Zeit, Amerika auf die Finger zu schauen. Dabei hat Amerika genug Probleme, die auch uns betreffen (Ölkatastrophe im Golf von Mexico).

Merkels Ohrfeige für das Volk

“Wir müssen darauf achten, dass wir zu einem Leben kommen, bei dem wir nicht dauernd über unsere Verhältnisse leben” sagte Angela Merkel beim 2. Ökumenischen Kirchentag in München. Wen meint sie mit “Wir”? Nur der Staat lebt über seine Verhältnisse, sicher nicht die Bürger. Die beschliessen keine Milliardenkredite für Banken und schmarotzende Länder.

Diese Gedanken sind persönlich, bewusst provozierend, nicht bis ins Detail zu Papier gebracht und als Denkanstoss gedacht.


Apr032010

Tipps und Tricks für Reiseradler

Grosse Lowrider-Taschen

Üblicherweise werden für das Vorderrad kleinere Packtaschen empfohlen als für den Gepäckträger. Der Grund ist einfach: Je mehr Gewicht auf dem Vorderrad lastet, desto unhantlicher wird das ganze Gefährt. Lowrider-Taschen können aber auch gross sein, also 2 x 20 Liter. Man muss sie ja nicht füllen und wenn, achtet man auf jeden Fall darauf, hier leichte Sachen einzupacken. Die Bodenfreiheit am Vorderrad ist noch immer gegeben, wenngleich man nun auf hohe Bordsteinkanten achten sollte.

Strassenkarten sind Verbrauchsmaterial

Viele Reisende trauen sich nicht, etwas auf ihrer Karte einzuzeichnen. Sie suchen lieber immer wieder den Standort und das Ziel. Strassenkarten sind Verbrauchsmaterial, ehrlich. Man darf

  • darauf Notizen machen
  • den Umschlagkarton wegschneiden
  • die Karte in handlichere Einzelteile zerschneiden, die dann leichter in die Kartentasche geschoben werden können
Wo gibts Wasser?

Der Wasservorrat kann in Europa fast immer auf  Friedhöfen aufgefüllt werden. Wer sich traut, findet hier auch einen sehr ruhigen Übernachtungsplatz.

Der nasse Socken Trick

In der Hitze hält eine nasse Socke die Wasserflasche länger kühl. Das funktioniert nach dem Kühlschrank-Prinzip.

Lenkungsdämpfer

Ein Lenkungsdämpfer verhindert, dass der Lenker umschlägt, wenn man das Rad abstellt. Es gibt ihn in verschiedenen Ausführungen und Qualitäten, die Preise variieren ebenfalls stark (3,50 EUR bis 11 EUR), deshalb stelle ich keinen Link ein. Suche nach “Lenkungsdämpfer Fahrrad”. Wenn Du Dir ein Fahrrad bauen lässt, lasse Dir gleich ein Befestigungsloch in den Rahmen bohren, dann kannst Du auf die unschöne Bride verzichten. Du hast dann quasi eine integrierte Lösung.

Mooncup

Binden und Tampons sind nicht überall auf der Welt erhältlich. Es gibt aber eine super Lösung für die Tage der Frau: der Mooncup.

Energie an Bord

Es geht halt nicht mehr ohne. Immer mehr Reiseradler haben ein Laptop bei sich, eine Kamera mit Akku, ein Handy sowieso, MP3-Player, GPS und noch einiges mehr. Es gibt verschiedene Lademöglichkeiten. Am besten ist aber noch immer, Du achtest beim Kauf darauf, dass das Gerät mit Batterien betrieben werden kann. Dazu gehören MP3-Player, Fotoapparat und GPS.

Lademöglichkeiten sind

  • im Café, Restaurant, McDonalds
  • im Internet-Café
  • während der Übernachtung bei Gastgebern oder im Hotel / Jugendherberge
  • an der Rezeption des Campingplatzes

Wer die Unabhängigkeit vorzieht und einen Nabendynamo hat, sollte sich über die Anschaffung des Forumsladers oder des USB-Ladegerät von Zzing Gedanken machen.

Es gibt auch Solarladegeräte, die mehr oder weniger funktionieren. In jedem Fall ist es wichtig, dass Du die Aufnahmeleistung des angehängten Gerätes kennst. Die Installation unbedingt vor der Reise testen.

Verschenke Dich als Foto

Auf einer Radreise wirst Du sehr viele Menschen treffen, die sich für Dich interessieren und Dir auf die eine oder andere Weise helfen. Bedanke Dich bei ihnen mit einem Foto von Dir, ev. mit dem vollbepackten Fahrrad. Schiesse ein tolles Foto, verkleinere es auf Postkartenformat 10 x 15 oder soweit, dass mehrere Bilder auf einer A4-Seite Platz haben. Füge einen Text hinzu (Dein Name, Mail, URL Deiner Website oder was auch immer) und lasse im nächsten Copyshop einige Karten drucken.

Erzähle in jeder Sprache von Deiner Reise

Viele Menschen werden sich für Deine Reise interessieren. Erzähle ihnen davon, auch wenn ihr verschiedene Sprachen sprecht. Organisiere eine Karte, auf der Du Deine Reise einzeichnest. Überziehe sie mit durchsichtiger Folie oder lasse sie plastifizieren, damit sie auch lange hält.

Postkarten mit eigenen Fotos

Einen persönlicheren Gruss von unterwegs gibt es nicht. Verschick’ Postkarten mit Deinen eigenen Fotos. So kommen auch Gastgeber zum Familienfoto, das Du beim Abschied geknipst hast. Auch die Schweizerische Post bietet einen Postkartenservice an.

Karten fotografieren

Oft sind in Städten grosse Umgebungspläne ausgestellt. Die sind viel detaillierter als Deine Karte. Fotografiere den Plan. Das geht auch mit Google Maps. Da fotografierst Du einfach den Bildschirm. Bevor Du die Orientierung verlierst, holst Du die Kamera hervor und schaust Dir das Foto an. Ev. musst Du für einen Plan mehrere Fotos machen. In Copyshops kannst Du die Kartenfotos auch drucken lassen.

Wichtige Papiere fotografieren und speichern

Es ist nicht angenehm, mit zig Fotokopien von Dokumenten zu reisen. Papier ist schwer. Fotografiere (oder scanne) alle wichtigen Dokumente wie Passport, Versicherungsnachweis usw. Speichere die Dateien an einem sicheren Ort im Internet oder bei Dir auf dem Laptop oder dem USB-Stick. Du kannst die Dateien auch per Mail an Dich versenden. So hast Du alle wichtigen Kopien bei Dir.

Bildergalerie
Mrz312010

Anhänger ExtraWheel

Wer sich für seine Radreisen für einen Anhänger entscheidet, findet mit dem ExtraWheel wohl die leichteste und trotzdem robuste Lösung. Der Wendekreis des Fahrrads bleibt erhalten, der Anhänger ist nicht breiter als das Zugfahrzeug und man kann das dritte Rad als Ersatzrad benutzen. Es hat dieselbe Grösse wie die anderen Räder, zusätzliches Ersatzmaterial und Flickzeug sind nicht nötig. Seit neustem können auch handelsübliche Gepäcktaschen montiert werden. Die teuerste Version mit Rad und den wasserdichten Expert-Taschen kostet 299 EUR. Das Extrawheel ohne Rad und Taschen kostet 195 EUR (Stand 2.4.2010) und wiegt ca. 2,9 kg. Zum Shop…

Guck Dir die Homepage von Extrawheel.de an. Die Videos sind absolut sehenswert.

PS: Dies ist kein bezahlter Werbetext, sondern meine persönliche Meinung.

Mrz312010

Gründe Camera RAW zu verwenden – oder auch nicht

Sicher kennst Du das: Da hat man endlich das Motiv seines Lebens vor sich und entscheidet sich dank seiner Multi-Tausend-Euro-Kamera, die Serie nicht nur als JPEG sondern gleichzeitig noch als CR2 oder NEF oder wie die anderen Rohformate alle heißen zu belichten. Denn man weiss ja nie: War der Weißabgleich richtig eingestellt? War die eingestellte Schärfung ein wenig zu stark? Oder war bei der Voreinstellung “Natur” das Grün etwas zu grün? Also sicherheitshalber noch ein Rohformat dranhängen. Platz ist ja genügend vorhanden und auch der neue Grafikchip in Zusammenhang mit Leopard oder Windows 7 kann die Werke erstaunlich schnell anzeigen. Damit Photoshop dies allerdings auch kann (oder der firmeninterne Bildbrowser Bridge) sollte zumindest ein Plug-In installiert sein, welches dafür sorgt, dass die Rohformate auch angezeigt werden können. Ach, Du hast nicht die neueste Version von Adobe Bridge? Tja, dann klappt das wohl nicht. Denn die Plug-Ins für Camera RAW werden immer nur für die aktuelle Version der gerade aktuellen CS-Baureihe aktualisiert. Pech gehabt!

Aber es gibt Hoffnung: Adobe stellt einen so genannten DNG-Konverter zum kostenlosen Download zur Verfügung. Gemäss Adobe Systems Inc. soll DNG der zukünftige Standard für RAW Bilddateien werden. Leider halten sich die meisten Kamerahersteller noch nicht an die Zukunftsvisionen von Adobe und backen sich jeweils eigene Rohdatenformate, die dann mittels DNG-Konverter umgewandelt werden müssen. All dies kann uns natürlich nicht davon abhalten, den Konverter herunter zu laden und zu installieren. Kostet ja nichts.

Alles hat bis jetzt prima funktioniert und ich kann meine geknipsten CR2 oder was auch immer in DNG umwandeln. Natürlich behalte ich auch das JPEG mit einer Dateigröße von 5,16 MB. Das abgespeicherte CR2 hat immerhin fast das dreifache Volumen, nämlich 14 MB. Aber egal – die neue Festplatte mit 2 TB kann das ab. Nach der Umwandlung in ein für Adobe lesbares Format (DNG) hat sich allerdings die Größe noch einmal vervielfacht: Mein Bild zeigt jetzt eine Dateigröße von sage und schreibe 24,1 MB an. Nachdem ich alle drei behalte, man weiss ja nie, summiert sich so der Speicherbedarf auf satte 43,26 MB auf meiner Festplatte. Das ist bei einem Foto auch gar kein Problem. Was aber mache ich, wenn ich alle Urlaubsfotos als RAW geschossen habe? Kann ich natürlich löschen, wenn’s denn zu viel wird. Kein Problem!

So, jetzt können wir uns die Bilder in der Bridge ansehen. Hmmm, das JPEG scheint nicht schlecht: Der Weißabgleich stimmt, mit 4300 K lag ich genau richtig. Auch die übrigen Kameraeinstellungen mit einer leichten Schärfung waren OK und die eher neutralen Farbeistellungen waren eher von Vorteil. Jetzt öffne ich die konvertierte RAW Datei, nachdem ich auf das DNG dieselben Werte, nämlich 4300 K für den Weißabgleich angegeben habe. Uups … das Bild ist nicht nur in Sachen Weißabgleich daneben, sondern auch noch unterbelichtet. Gottlob ist es als DNG auf meiner Festplatte. So kann ich den falschen Weißabgleich und die Belichtung korrigieren. Letzteres bis zu drei Blenden, ohne dass es störend wirken würde. Dummerweise stelle ich jetzt auch noch fest, dass die Schärfe gegenüber meinem JPEG lausig ist. Das kann ich natürlich ändern, indem ich an den diversen Schiebereglern herumspiele, bis ich die gewünschten Einstellungen gefunden habe.

20 Minuten später: Es ist geschafft. Die Schwiegermutter lächelt in die Kamera und man sieht sogar die beginnende Karies zwischen dem rechten Schneidezahn und dem vor drei Jahren eingesetzten Stiftzahn. Ist da nicht noch ein kleiner Farbunter-schied?

So, es bleiben noch genau 437 Bilder meiner Ferien zu bearbeiten. Das macht nach Adam Riese 8740 Minuten Arbeit. Dafür kann ich dann aber auch alle geschossenen Fotos in Postergröße ausdrucken! Geil!

Drei Tage später: Jetzt verlangt das Fotolabor, das meine Poster druckt, JPEG und akzeptiert weder TIF noch DNG. “Damit können wir nichts anfangen – Sie verstehen”, wird mir am Telefon erklärt. Jetzt kann ich meine DNG’s also wieder in JPEG konvertieren. Rechtzeitig erinnere ich mich daran, dass ich ja auch noch alles als JPEG geknipst hatte: Belichtung OK, Schärfe ebenfalls. Alles paletti! Auf geht’s zur Bestellung.



Nun sitze ich da, warte auf meine Poster der letzten Ferien und frage mich: Warum hatte ich eigentlich eine Kamera gekauft, die auch Bilder im Rohformat schiessen kann? Einem Format, das noch nicht ausgereift ist, für das es keinen Standard gibt und das kein Anbieter verarbeiten kann? Ach ja, jetzt fällts mir wieder ein: Ohne die super Kamera hätte ich gar nicht so gute JPEGs abliefern können!

Vergleich JPEG und RAW-Format

Mrz032010

Mein neuer Computer: Studio XPS 8100

24 Zoll Bildschirm G2410 von Dell Der neue Bildschirm Dell G2410 ist der Hammer. Wuuuuunderschön! Es ist ein 24 Zoll Bildschirm. Das sagt noch nichts. Aber wenn ich sage, dass der Bildschirm ohne Rahmen 53,3 cm breit und 30 cm hoch ist, dann kann man sich darunter schon was vorstellen. Breiter sollte ein Screen übrigens nicht mehr sein, da man sonst den Kopf drehen muss. Der Bildschirm kann weder in der Höhe verstellt noch gedreht werden. Für mich ist das OK. Man kann ihn aber neigen. Er hat einen Umgebungslichtsensor und die Bildhelligkeit passt sich automatisch dem Umgebungslicht an. Das ist sehr angenehm und spart Energie. Im Standby-Modus werden 0,15 Watt angegeben, für den normalen Betrieb 20 W. Das Bild-Seitenverhältnis beträgt 16:9, die Auflösung 1920 × 1080.



Kartenlesegerät und zusätzliche Anschlüsse Das Gehäuse gefällt ebenfalls. Es lässt sich gut anheben. Damit ich das trotzdem vermeiden kann, steht es bei mir auf einem selbst gebastelten Rollbrett. Auf der Oberseite ist eine Ablagefläche. Da gibt es auch noch zwei USB-Anschlüsse und die Kopfhörer-/Mikrofon-Eingänge. Auf dem Bild ebenfalls zu sehen ist das Multi-Lesegerät für div. Speicherkarten. Hinter einer Abdeckung im Frontpanel sind nochmals 2 USB-Anschlüsse, auf der Rückseite sind 4 USB, total also 8, was sogar für mich ausreichend ist. Dank dem eingebauten Lesegerät hänge ich jetzt weniger Geräte mit Kabel an sondern stecke die Speicherkarten ein (Fotoapparat und GPS). Das BlueRay-Leselaufwerk und der CD/DVD-Brenner sind sind hinter einer Abdeckung. Die Öffnen-Taste ist rechts davon, gross und gut zugänglich.



Gehäuserückseite Auf der Rückseite findet man alle nötigen Anschlüsse. Die Lüfter sind extrem leise. Ich höre von der Kiste keinen Ton, kein Summen, kein gar nichts. Gemäss Herstellerangaben ist das auch nicht mehr so ein Stromfresser. Ich merke das auch, denn es ist im Büro jetzt deutlich kälter als mit der alten Maschine.





Installation am Arbeitsplatz So sieht mein Arbeitsplatz aus. Der Computer steht auf einem Rollbrett, damit ich ihn einfach herausziehen und zurück schieben kann, wenn ich Kabel anschliessen muss. Das Keyboard steht auf einem Auszug und ist indirekt beleuchtet.


System

i7 CPU 860 @ 2.80GHz
Windows 7 Professional 64 Bit
8 GB RAM (4 x 2 GB)
NVIDIA GeForce GTX 260
Creative SB X-Fi Xtreme HD Audio
Blu-Ray ROM
CD/DVD-Brenner
Festplatte 750 GB
Eingebautes Kartenlesegerät
Bildschirm: Dell G2410
externe Festplatte IOMEGA 1 TB



Mrz022010

Dell Lieferung angekommen

Es ist kaum zu glauben, aber am 18. Feb. 2010 wurde mein Computer endlich geliefert. Er war 5 Tage unterwegs und das Tracking von UPS funktionierte nicht, was mich nicht weiter verwunderte. Auf der Dell-Statusseite war plötzlich ein Link zum Tracking vorhanden. Aber die Infos, die dann kamen, besagten etwas von einem Paket, das vor über einem Jahr zugestellt worden war, mit Bestätigung. Zwei Tage später bekam ich beim Aufruf des Trackinglinks die Info, dass die Trackingnummer von mehreren Kunden verwendet würde und dass ich nähere Angaben machen müsste wie Bestelldatum, Bestellnummer und Ziel der Sendung. Die Eingabe war etwas umständlich, trotzdem erfuhr ich, dass mein Paket unterwegs ist. Es kommt aus Polen. Staun! Ich dachte immer Irland. Dell scheint die Produktion verlegt zu haben. Schade, Irland war sicher schön zum Arbeiten. Die Lieferung kam unbeschädigt bei mir an.



Feb152010

Wild, hidden oder stealth Camping

Wild Camping, hidden Camping oder stealth Camping bedeutet auf jeden Fall unsichtbares Camping und ist ein immer wieder lebhaft diskutiertes Thema in Reiseforen und unter Reisenden. Wer es schon öfters gemacht hat und sich dabei wohl fühlt, ist unbedingt dafür, wer Angst davor hat aber es versuchen möchte, sucht nach Möglichkeiten, die Gründe, die dagegen sprechen, zu widerlegen. Wie auch immer, wer ausserhalb Europas Grenzen reist, sollte auf jeden Fall wild Camping lernen. In Europa ist das natürlich auch möglich. Wegen der Bevölkerungsdichte kann es aber schwieriger sein, einen geeigneten Platz zu finden. Zudem ist es in den meisten Ländern verboten oder nicht erlaubt (feiner Unterschied bei der Bestrafung). In nordischen Ländern, Schottland und der Schweiz gibt es das Jedermannsrecht. Beachte: Wild zelten kann wohl verboten sein, ist aber nicht kriminell im Sinne des Rechts, wenn man es trotzdem tut.

Auf Radreisen durch die Welt ist der Tagesablauf unvorhersehbar. Je mehr man plant, desto eher kommt alles ganz anders. Müdigkeit, Mangel an Wasser oder Essen, schlechtes Wetter oder Gespräche mit interessanten Menschen hindern einen allzu häufig, das gesetzte Tagesziel zu erreichen. Zudem ist wild Camping ruhig, am Busen der Natur und gratis.

Wild campieren auf einem Friedhof

Wer sich nicht traut, wild zu campieren, hat meist Angst vor der Polizei, die einen mitten in der Nacht wegscheucht oder vor dem Landbesitzer, der dasselbe tun könnte. Es könnten auch Tiere den wichtigen Schlaf stören oder böse Buben mit schlechten Gedanken. Erfahrungsgemäss passiert aber nichts davon, sofern man bei der Platzwahl einige Grundsätze beachtet. Nicht vergessen sollte man auch, dass die Menschen in anderen Ländern nicht so abgeschottet leben wie wir in Europa. Vielerorts ist es nicht ungewöhnlich, dass Reisende ihr Camp in der Natur aufbauen. In einigen Ländern kann es sein, dass man euch Essen bringt oder euch für die Nacht in ein Haus einlädt, wenn ihr es nicht geschafft habt, das Lager gänzlich unbeobachtet aufzubauen.

Halte Ausschau nach einem Platz fernab von Häusern und nicht einsehbar von der Strasse. Wald, der auch auf Karten eingezeichnet ist, bietet meist ausgezeichneten Schutz. Auch die kleinen Wälle, die oft parallel zur Strasse aufgehäuft sind, bieten einen geschützten Platz, wenn es dahinter flach ist. Selbstverständlich kann man nicht einfach auf einen solchen Platz zu fahren. Meist muss man das Rad und die Ausrüstung steile Böschungen hinauf oder hinunter tragen, über Hindernisse wie Felsbrocken oder Absperrungen.

  • Wenn möglich nicht auf ausgeschildertem Privatgelände campieren. Wege nicht verstellen.
  • Ausgetrocknete Flussbetten sind absolut tabu. Es kann lebensgefährlich werden, wenn es in einer Region weit weg heftig regnet und sich das abfliessende Wasser zu einem Strom formt.
  • Plätze nahe am Wasser sind kühler und feuchter.
  • In Bärenland muss das Camp absolut sauber und frei von Essensresten sein. Gekocht wird in einem Abstand von mind. 200 m zum Schlafplatz. Essensreste und Abfälle mit einem Seil an einem Ast nicht zu nahe am Stamm mind. auf 3 m hochziehen. Ansonten helfen die wasserdichten Ortliebs, alles sauber und geruchfrei wegzupacken.
  • Kein Feuer machen oder laute Musik spielen. Wildes Camping ist leises Camping.
  • Spät ankommen und früh wegfahren sind ebenfalls Regeln, die aber recht flexibel sind.
  • Der Stolz eines jeden Wildcampers ist es, keinerlei Spuren zu hinterlassen, besonders keinen Abfall.

Wenn gar nichts mehr geht, frag jemanden nach einem geeigneten Platz. Sei aber darauf vorbereitet, dass Du dann vielleicht eine Einladung in ein Haus bekommst oder dass Du im Vorgarten quasi mit Familienanschluss übernachten darfst.

Wild zelten hat natürlich auch seine Nachteile, wobei mir da nicht so viel in den Sinn kommt und wirkliche Nachteile sind das auch nicht:

  • Da man nicht weiss, was einen erwartet, muss man damit rechnen, dass kein Wasser in Reichweite ist. Man muss also vorsorgen und Wasser bunkern. (für die körperliche Sauberkeit, Zähne putzen, Abwasch)
  • Es gibt kein Klo. Ist das wirklich ein Nachteil? Die Natur kann sauberer sein als ein WC in einem Restaurant.
  • Auch muss man genügend Essen dabei haben.
  • Der “Schutz”, den Zeltplätze bieten, gibt es nicht. Diebe haben freien Zutritt und im Notfall muss man selber die Notrufnummer kennen und vor allem Handyempfang haben. Man muss in diesem Fall auch seinen Standort kennen, damit die Helfer wissen, wo sie gebraucht werden.

Die meisten Menschen müssen wild campieren erst lernen. Wenn Du auch zu denen gehörst, lass Dir viel Zeit. Je nach Lebensalter, -erfahrung und Vorstellungskraft sind die Hürden mehr oder weniger hoch. Aber es lohnt sich, sie zu überspringen. Und noch eine letzte Weisheit: Es ist nicht bewiesen, dass Ameisen furzen, auch wenn des nachts ängstliche Ohren genau das gehört haben wollen.

Dieser Beitrag wurde inspiriert vom Reiseblog von Friedel und Andrew, Travelling Two. Dieses Pärchen ist mit dem Fahrrad um die Welt gefahren und wir durften ihre Gastgeber sein. Das Blog ist in Englisch.